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Haustechnik – Welche Heizungsart ist die richtige?

Eine Wärmepumpe braucht ausreichend Platz, ein Kamin bedarf genug Lagerplatz für Holz und die Solarheizung überwiegend Sonne: Es gibt viele Dinge, die bei der Wahl einer Heizungsart beziehungsweise eines Systems beachtet werden müssen. Besonders wenn sich das Jahr dem Ende neigt und der Winter heranbricht, wird die Frage nach dem richtigen Heizen immer wichtiger.

Je nach Ort und Immobilie sind die Bedingungen und Anforderungen, die eine Heizung erfüllen muss, unterschiedlich. Nicht jede Heizung eignet sich für das Haus im Wald oder die Wohnung im Altbau. Neben dem Stress der Hausplanung oder der Renovierung des Eigenhauses zählt somit jede Entscheidung, welche spezifische Vor- und Nachteile besitzt. Diese sollten zuvor geklärt werden. Ein sorgfältiger Vergleich kann sich deshalb lohnen.

Bild: Thermostat Heizung Heizkörper

Bild: Thermostat Heizung Heizkörper. Bildnachweis: Pixabay.com, thermostat-heizung-heizkörper-250556 © ri CC0 Public Domain


Welche Heizungsarten gibt es?

Wer sich eine Heizungsanlage anschaffen möchte, egal ob für eine Neue oder Alte Immobilie, hat einiges zu beachten. Es stehen viele individuell charakteristische Heizungsarten zur Auswahl:

Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten wie Heizungsarten genauer klassifiziert werden können. Meist werden sie anhand ihrer jeweiligen Energiequellen definiert. Klassische Beispiele wären die Brennstoffe. Unter dieser Kategorie zählen Mittel wie Heizöl, Erdgas, Kohle und Holz. Diese Variante gilt zwar als veraltet, ist jedoch als beliebteste Energiequelle Deutschlands zu sehen. Rund 48 Prozent der Deutschen heizten im Jahr 2019 beispielsweise mit dem Brennstoff Gas und 26 Prozent mit dem Brennstoff Heizöl. Zusammen deckten sie allein rund drei Viertel der erzeugten Heizwärme.

Neben dieser Energiequelle wird heute auch Strom und erneuerbare Energie als Träger angeboten, darunter Erdwärme und Solarthermie. Eine solare Heizung wird meist als Heizungsunterstützung mit einer anderen Variante kombiniert. Grund ist die noch nicht weiterentwickelte Lösung über die Speicherfrage für solare Wärme. Stromheizungen werden auch oft als Unterstützung verwendet, da sie im Vergleich oft einen hohen Verbrauch fordern.

Eine weitere neumodernere Alternative ist die thermische Energie. Die thermische Energie wird in Wärmepumpe benutzt und gilt als eine umweltfreundliche Variante, welche Umweltwärme aus dem Erdreich, Grundwasser oder der Luft nutzt. In dem Vorgang der Wärmepumpe wird die Wärme der Umwelt entzogen und mithilfe eines Kältekreislaufs auf ein höheres Temperaturniveau gebracht. Der Kältekreislauf in der Wärmepumpe wird mit einem Antriebsenergie-Kompressor betrieben. Thermische Energie gilt als beliebte umweltfreundliche Alternative, wo Pumpen je nach Immobilie und Art durch verschiedene Ratgeber-Tools für Wärmepumpen ausgewählt werden können.

Unter welchen Kriterien sollte eine Anlage gewählt werden?

Ein Holzofen kann bei richtiger Ausstattung für Warmwasser sorgen. Wer sein Holz selbst hackt, spart Rohstoffkosten. Wenn mit Gas geheizt wird, freuen sich Hobbyköche darüber, dass auch ein Anschluss für einen Gasherd in die Küche gelegt werden kann. Wie bereits oben erwähnt benötigt jede Heizungsart andere bauliche sowie persönliche Voraussetzungen, weshalb es sich empfiehlt gewisse Fragen zu stellen, um genauere Kriterien so abzuklären:

  • Wie viel möchte ich für die Installation einer Heizung ausgeben?
  • Wie sieht die Preisentwicklung verschiedener Energiequellen aus?
  • Welche persönlichen Vorlieben und Ansprüche habe ich?

Tipp: Auch Planungs-Tools können bei der Planung und Auswahl helfen.

Vor- und Nachteile verschiedener Heizarten
HeizungsartVorteileNachteile
Wärmepumpe
  • umweltfreundlich
  • niedriger Emissionswert
  • niedrige Heizkosten
  • Preisschwankungen
  • evtl. Genehmigungsbedarf
  • benötigt viel Platz
Heizöl
  • sichere und effiziente Technik
  • kombinierbar mit Solarenergie
  • Sparpotenzial
  • fossiler Energieträger
  • verhältnismäßig schlechte CO2-Bilanz
  • Preisschwankungen
  • benötigt viel Platz
Erdgas
  • beliebte Variante
  • kombinierbar mit Solarenergie
  • geringe Investitionskosten
  • umweltfreundlich
  • nicht ohne Gasanschluss
  • Preisschwankungen
Flüssiggas
  • trägt zur Luftreinhaltung bei
  • gilt als saubere Energiequelle
  • Preisschwankungen
  • benötigt viel Platz
Pellets/Holz
  • umweltfreundlich
  • nachwachsender Rohstoff
  • Preis langfristig günstig
  • Anschaffung teuer
  • benötigt viel Platz
  • regelmäßige Reinigung
Brennstoffzelle
  • staatliche Förderung
  • Strom- und Wärmeerzeugung
  • hoher Wirkungsgrad
  • Sparpotenzial
  • Gas-Anschluss notwendig
  • Anschaffung teuer
  • Wartungsarbeiten
Solarthermie
  • Energiequelle Sonne
  • Erneuerbar 100%
  • staatliche Förderung
  • Voraussetzungen beim Dach
  • keine Energie ohne Sonne
  • alleine nicht genug Heizkraft

Auswertung:

Bei der Entscheidung des Heizkörpers spielen neben den Energiequellen die verschiedenen physikalische Zustände, also Aggregatzustände, eine entscheidende Rolle. Dabei wird zwischen festen, flüssigen und gasförmigen Stoffen unterschieden. Während feste und flüssige Stoffe wie Holz oder Heizöl in oder an Häusern gelagert werden, lassen sich Gasstoffe platzsparend einsetzen.

Erdgas beispielsweise fließt über öffentliche Versorgungsleitungen in jedes Haus, das mit Gas heizt. Eine Sonderfunktion haben die Gase Propan und Butan, denn diese lassen sich bereits unter geringem Druck verflüssigen. Daher können sie genau wie Heizöl bei Bedarf in Lagertanks auf dem eigenen Grundstück gelagert werden.

Bild: Frau am Fenster

Bildnachweis: Unsplash.com, 7Z_2iKq9Nw8 © aminhasani CC0 Public Domain


Wie kann eine Heizung effizient genutzt werden?

Abschließend gehört es, nachdem ein Heizungssystem in die aufgewertete Immobilie saniert wurde, dazu das Gerät richtig zu verwenden. Besonders in unsanierten Altbauten können die Kosten um etwa sechs Prozent gesenkt werden, wenn Verbraucher die Raumtemperatur richtig regulieren. In Wohnräumen sollte beispielsweise mehr geheizt werden als in Schlaf- und Arbeitsräumen.

Zudem sollten Heizkörper nicht von Möbeln oder Vorhängen zugestellt werden, da so die Verteilung der Wärme im Raum gestört wird. Neben den Heizkörpern sollten ebenso wenig die Thermostate zugestellt oder zugehängt werden, denn so können Sensoren eventuell gestört werden.

Des Weiteren empfiehlt es sich besonders im Winter folgende Dinge zu beachten:

  1. Stoßlüften
    In der Regel gilt: Stoßlüften ist besser als Kipplüften. Gekippte Fenster kühlen den Raum schnell aus. Dadurch kann Feuchtigkeit in die Wände eindringen und Schimmel entstehen. Die Öffnung des Fensters gilt als wirksamer.
  2. Heizkörper entlüften
    Beim Heizen im Winter gibt die Heizung ein leichtes Grunzen oder Pfeifen von sich. Normalerweise befindet sich bei diesen Anzeichen Luft im Hydrauliksystem. Dies kann durch eine vorherige Entlüftung des Heizkörpers vermieden werden, zudem spart es sich so an Heizkosten.
  3. Thermostate ersetzen
    Wenn ein älteres Thermostat mit einem neueren programmierbaren ersetzt wird, kann unnötiges Heizen vermieden werden. Die neuen Thermostate verfügen meist über bestimmte Programme, welche das Einstellen eines Zeitfensters erlauben. Bei manchen können Heizräume, kombiniert mit Smart Home Sensoren, sogar von unterwegs aus gesteuert werden.
  4. Hohe Temperaturen vermeiden
    Bereits eine Absenkung der Temperatur um einen Grad pro Jahr kann kleine dreistellige Kosten einsparen. So soll beispielsweise in Schlafzimmern und in der Küche eine empfohlene Temperatur von 18 Grad Celsius geheizt werden und im Badezimmer sowie im Kinderzimmer eine Temperatur von 23 bis 24 Grad Celsius. Im Wohnzimmer werden 20 bis 22 Grad empfohlen.
05.01.2022 12:00 Uhr | in "Allgemein"

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